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Wärmepumpe im Altbau: Voraussetzungen, Kosten und was wirklich zählt

ST-Haustechnik · Stand: Juli 2026

„Im Altbau lohnt sich eine Wärmepumpe nicht“ – dieser Satz hält sich hartnäckig, stimmt aber in dieser Pauschalität nicht. Entscheidend sind wenige, messbare Kriterien. Wir zeigen, worauf es ankommt und wie Sie es bei Ihrem Haus herausfinden.

Worauf es wirklich ankommt

Eine Wärmepumpe arbeitet dann effizient, wenn sie mit möglichst niedriger Vorlauftemperatur auskommt. Ob das in Ihrem Altbau klappt, hängt nicht am Baujahr, sondern an zwei Größen: der Heizlast des Gebäudes (wie viel Wärme es an kalten Tagen braucht) und den Heizflächen (wie gut Heizkörper oder Fußbodenheizung diese Wärme in die Räume bringen).

Viele Bestandsgebäude – auch unsanierte – kommen mit Vorlauftemperaturen von 50 bis 55 °C aus. In diesem Bereich läuft eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe bereits wirtschaftlich.

Der einfache Selbsttest an einem kalten Tag

Sie können die Eignung grob selbst prüfen: Stellen Sie an einem richtig kalten Wintertag die Vorlauftemperatur Ihrer bestehenden Heizung auf maximal 55 °C und drehen Sie die Thermostate auf. Werden alle Räume noch warm, ist Ihr Haus ein guter Kandidat für die Wärmepumpe – ganz ohne Dämm-Großprojekt.

Beim kostenlosen Vor-Ort-Termin machen wir daraus eine belastbare Rechnung: raumweise Heizlast, Prüfung der Heizkörper, hydraulischer Abgleich. Häufig genügt es, einzelne Heizkörper gegen größere oder Niedertemperatur-Modelle zu tauschen.

Was kostet das – realistisch?

Für ein typisches Einfamilienhaus liegt eine komplette Luft-Wasser-Wärmepumpen-Anlage inklusive Montage, Speicher, Hydraulik und Inbetriebnahme meist im mittleren fünfstelligen Bereich vor Förderung. Nach Abzug des BEG-Zuschusses (bis zu 70 %, gedeckelt bei 21.000 € im Einfamilienhaus) bleibt der Eigenanteil oft deutlich unter dem, was viele erwarten – und unter den Gesamtkosten eines neuen Gas-Systems über dessen Lebensdauer gerechnet.

Seriös beziffern lässt sich das erst nach dem Vor-Ort-Termin. Misstrauen Sie Pauschalpreisen aus dem Internet – nach oben wie nach unten.

Wann wir ehrlich abraten

Es gibt Fälle, in denen wir (noch) abraten: sehr hohe Heizlast bei gleichzeitig kleinen Heizflächen, kein sinnvoller Aufstellort für die Außeneinheit oder ein ohnehin anstehender Umbau, den man besser zuerst erledigt. Auch das sagen wir klar – lieber ein ehrliches Nein als eine Anlage, die Sie im Betrieb ärgert.